Editorial
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Nein, kein Fußballergebnis, sondern moderndeutsche Zusammenfassung rasanter
Entwicklungen im produzierenden Gewerbe. Aufgrund von immer kürzeren Produkt-
lebenszyklen und der zunehmenden Produktvielfalt werden Fertigungsstraßen immer
flexibler. Dank virtual engineering ist selbst der Entwurf teurer Prototypen nicht mehr
notwendig. Das wiederum beschleunigt Entwicklungen und Innovationen ganzer
Industriezweige. Unsere Redakteure haben in diesem Magazin auch darüber mit
Akteuren der Optischen Industrie in Thüringen gesprochen. Und wir haben wieder ein-
mal mehr erfahren, auf welch hohem Weltniveau in Thüringen geforscht und entwi-
ckelt wird. So werden Sie erfahren, wie in Jena ein ganzer Forschungs-Campus ent-
steht, welcher sich mit der kompletten Forschungskette rund um die Optik beschäftigt.
Vorlauf-, Grundlagen-, Technologie-, System- und Produktforschung bis zur Serien-
reife – alles unter einem Dach! Das wird in dieser Form weltweit einzigartig sein.
Und sicher werden auch die Ergebnisse wieder die Entwicklung der Industrie beflü-
geln. Denn diese hat gerade eine Verschnaufpause eingelegt und stagnierte im letz-
ten Jahr bei 0,3 Prozent. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig spricht gar
von „unübersehbaren Bremsspuren“. Die Hintergründe dazu erfahren Sie auf den fol-
genden Seiten. Der Zusammenbruch des Industriezweigs der Solarbranche im Freistaat
war ja mit der Schließung des 1.800 Mitarbeiter zählenden BOSCH-Werkes in Arnstadt
erst vor wenigen Wochen unübersehbar. Doch auch die Automobilwirtschaft hat, nicht
zuletzt ausgelöst durch Euro-Unsicherheiten, mit Absatzproblemen zu kämpfen.
Jedoch in der IT-Branche haben wir einen boomenden Industriezweig entdeckt und
unsere Reporter auf die CeBIT 2013 nach Hannover geschickt. Sie haben dort unter
anderem eine effiziente Beamtenentlastung und gerichtsfeste Überwachungstechnik,
entwickelt in Thüringen, entdeckt.
Darüber hinaus werden Sie in diesem Heft über eine außergewöhnliche Unterneh-
mensführungskultur einer High-Tech-Physikerin aus Jena und die Ambitionen einer
LINKEN-Landrätin in Nordthüringen lesen. Auch diese beiden Powerfrauen werden
dazu beitragen, dass „Thüringen 2013“ wieder ein Erfolgsjahr wird, und das trotz
schlechter Startplätze im Industriesektor.
Ideale und informative Lektüre also für die immer noch kühlen Frühlingstage derzeit.
Bleibt mir nun abschließend noch, Ihnen viel Freude beim Lesen und uns einen
Frühling zwei Punkt, drei Punkt – nein hoffentlich 4.0 zu wünschen.
Herzlichst, Ihr Jürgen Meier
Jürgen Meier,
Herausgeber Wirtschaftsspiegel
INDUSTRIE zwei Punkt, drei Punkt – 4.0!
Foto: WS
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